(Nederlands onderaan)

Der Weg ist das Schreiben

Interview mit den Schauspielern Koba Ryckewaert und Zach Hatch von der Theatergruppe „Ontroerend Goed“ aus dem belgischen Gent

Wie entsteht ein Stück wie All that is wrong, für das du die Texte schreibst, Koba?

Koba: Alexander Devriendt ist ein Regisseur, der Konzepte entwirft, die er mit mir gemeinsam ausarbeitet. Wenn ein Basis-Konzept steht, fangen wir zusammen an zu improvisieren und entscheiden uns dann für die Gestaltung des Stücks.

Seit wann bist du am Theater aktiv?

Koba: Ich habe mit zwölf Jahren bei „Ontroerend Goed“ angefangen und in einer ersten Show gespielt. Heute bin ich 19 und bringe mit der Gruppe bereits das dritte Stück auf die Bühne.

Woher kommt das Interesse für Theater zu einem so frühen Zeitpunkt?

Koba: Es war eher Zufall. Ich habe nach der Schule einen Theaterkurs belegt, als Hobby. Alexander hat eine der kleinen Performances gesehen und mich gefragt, ob ich in einem seiner Stücke mitspielen wolle.

Die Themen, die im Stück All that is wrong behandelt werden, sind alle eher depressiv, bedrückend. Weshalb?

Koba: Das Basis-Konzept sieht vor, dass wir über alles schreiben, was schief läuft. So stößt man automatisch auf eher schwere Themen. Aber ich denke, es geht nicht zu sehr in die Tiefe. Ja, es ist eine herausfordernde Show, aber es ist mehr eine Zusammenfassung der drei bisher entstandenen Konzepte. (Davor hat „Ontroerend Goed“ bereits „Pubers Bestaan Niet“ und „Teenage Riot“ aufgeführt; Anm. d. R.). Es geht nicht um Bildhaftes zu Krieg oder Tod, sondern vielmehr um all diese Dinge, die in der Welt passieren. Darum, wie du darüber denkst, wie es dich beeinflusst und wie du dich dazu verhalten willst. Das Stück ist sehr abstrakt gehalten und besteht nur aus dem Schreiben und den Worten. Es vermittelt mehr ein unterschwelliges Gefühl der Schwere.

Zach, was ist deine Rolle im Stück?

Zach: Ich unterstütze Koba auf der Bühne dabei, dass sie ihre Geschichte erzählen kann. Ich bringe ihr zum Beispiel neues Material, damit sie weiterschreiben kann. Ich bin wie eine Art Medium zwischen dem Publikum und Koba. Ich spiele also keine bestimmte Figur.

Koba: Ich auch nicht. Zach hat zwar mehr die Rolle des Unterstützers inne, aber wir setzen das Stück gemeinsam um.

Wie bist du auf „Ontroerend Goed” gestoßen, Zach?

Zach: Ich habe die erste Show 2009 in Los Angeles gesehen, die Koba mit „Ontroerend Goed“ umgesetzt hat. Ich kannte diese Form des Theaters nicht. Das Stück war ganz anders und hat mich sehr dafür geöffnet. Nach einem Praktikum durfte ich dann letzten Endes Koba unterstützen.

Du bist also ganz von Los Angeles nach Gent gekommen?

Zach: Ja, stimmt. Belgier wissen einfach, wie man Theater macht! Es gibt nichts Vergleichbares.

Was ist der Unterschied zum Beispiel zu US-amerikanischem Theater?

Zach: Da Theater in Belgien immer noch bezuschusst wird, können Künstler viel mehr Risiken eingehen und müssen sich nicht in ein System einfügen, das ausschließlich auf Gewinn basiert ist. Das ist meine persönliche Meinung. In den USA ist diese Freiheit stark eingeschränkt, da derartige Bezuschussungen fehlen. Daher leben wir sozusagen im Steinzeitalter, was Theater betrifft.

Um noch einmal auf All that is wrong zu sprechen zu kommen: Wie fühlt es sich an, auf der Bühne nicht zu reden?

Koba: Ich fühle mich sehr wohl damit, weil ich nie jemand war, der sich mit dem Sprechen auf der Bühne leicht getan hat. Unter anderem deswegen haben Alexander und ich beschlossen, das Stück als „Schreib-Stück“ aufzuführen. Für mich ist es viel leichter, Gedanken aufzuschreiben und mich über das Schreiben auszudrücken als durch Sprechen. Ich werde dann nervös.

Zach: Wir sprechen durchaus miteinander auf der Bühne. Es ist nicht verboten, etwas zu sagen. Was ich an der Show mag, ist, dass sie zulässt, dass Dinge schief gehen. Es kann schon mal pasieren, dass Lichter nicht angehen. Wir entscheiden aus dem Moment heraus, wie wir mit so einer Situation umgehen.

Ihr setzt in All that is wrong Kreide beim Schreiben ein, also ein sehr „flüchtiges“ Material. Was für eine Idee steckt dahinter?

Koba: Wir spielen mit dem Effekt, dass es sehr einfach ist, Dinge wegzuwischen. Worte können in drei Sekunden wieder verschwunden sein. Viele Wörter werden noch einmal bearbeitet. Gerade weil die Worte so heftig und bedeutungsvoll sind, macht es Sinn, sie mit Kreide zu schreiben. Das macht sie fragil, denn sie werden in dieser Form nur in dieser einen Show auftauchen. Andererseits: Da wir das Stück schon so oft aufgeführt haben, ist es für mich fast so, als wären sie immer da. Und die Zuschauer erhalten am Schluss eine greifbare Erinnerung an das Stück.

Liefert das Stück dem Publikum eine Lösung auf die Probleme, die angesprochen werden?

Koba: Wir wissen selbst nicht, was die Antwort sein könnte. Es geht vielmehr um unsere eigene Suche nach einer möglichen Antwort.

Zach: Die Antwort wird nur aus einer rein persönlichen Perspektive heraus angedeutet.

Koba: Genau, die Lösung ist eine individuelle, keine universelle. Für mich ist Schreiben der Weg, jeder muss aber seinen eigenen finden – das Stück möchte nicht moralisierend sein.

Ist dein noch junges Alter ein Vorteil in der Annäherung an die Thematik, vielleicht weil du andere Ideen hast, die du einbringen kannst, als eine ältere Person?

Koba: Ja, davon bin ich überzeugt. Außerdem ist es leichter für Menschen, von mir als einer jüngeren Person zu akzeptieren, dass sie Kritik äußert. Würde jemand zum Beispiel im Alter von 40 Jahren auf diese Weise Dinge kritisieren, hätten Menschen wahrscheinlich schnell das Gefühl, derjenige würde ihnen seine Sichtweise aufdrängen wollen.

Wie waren bis dahin die Reaktionen auf All that is wrong?

Koba: Um ehrlich zu sein, war ich überrascht, wie positiv sie waren. Das mag komisch klingen, denn ich glaube an das Stück und finde es schön. Aber es ist nicht einfach aufzunehmen, immerhin sieht man eine Stunde lang jemandem dabei zu, wie er schreibt. Darum waren wir sehr gespannt darauf, ob das Stück funktionieren würde. Und in den meisten Fällen tut es das. Bisher habe ich noch nicht bemerkt, dass ein Zuschauer eingeschlafen oder rausgegangen wäre. Man wird nie wissen, wie Menschen reagieren, es sei denn, man probiert es aus.

Zach: Manche Leute fühlen sich aber durchaus unwohl beim Zuschauen, sie fühlen sich konfrontiert durch die Inhalte. Ab und an wird also eine andere Meinung uns gegenüber geäußert, aber das hat meist mit der Aussage und Aufmachung des Stücks zu tun, nicht mit der grundlegenden Idee.

Wo habt ihr das Stück bereits aufgeführt?

Zach: Wir haben es unter anderem in Serbien, Österreich, Italien und Deutschland gezeigt, also schon an vielen Orten außerhalb Belgiens. Dabei ist dann ein (weiterer) Vorteil, dass die Worte geschrieben und nicht gesprochen werden.

Konntet ihr euch schon ein Theaterstück auf dem Go West-Festival sehen?

Zach: Wir haben uns „Diespace 3.0“ angesehen und fanden es super. Auch das ist ein Beispiel für die Unterschiede in der Theaterlandschaft in den Niederlanden und Belgien im Vergleich zu den USA.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führten Mareike Lange und Jasmijn Sprangers

Schrijven als persoonlijke oplossing

Interview met de acteurs Koba Ryckewaert en Zach Hatch van theatergroep Ontroerend Goed uit Gent

Hoe is de voorstelling  All that is wrong ontstaan?

Koba: Alexander Devriendt is een regisseur die concepten bedenkt die hij samen met de spelers uitwerkt. Zodra het basisconcept is vastgelegd, beginnen we met improviseren en besluiten dan gaandeweg over de invulling van de voorstelling.

Hoe lang ben je al bezig met theater?

Koba: Ik ben begonnen toen ik twaalf jaar was en bij Ontroerend Goed in hun eerste voorstelling meespeelde. Ik ben nu 19 en dit is nu de derde voorstelling die ik met deze groep maak.

Hoe raakte je zo jong al geïnteresseerd in theater?

Koba: Het was toeval. Ik deed na school een theatercursus, als hobby. Alexander had een van de kleine performances gezien die ik daar gemaakt had en vroeg mij of ik in een van zijn stukken wilde meespelen.

De thema’s die in de voorstelling naar voren komen zijn best deprimerend en beangstigend. Waarom?

Koba: We gingen er in het concept van uit dat we alles opschrijven dat er mis gaat. Daardoor heb je automatisch met zwaardere thema’s te maken. Maar ik denk niet dat het heel duister is. Het is best een uitdagende voorstelling, maar het komt inhoudelijk meer voort uit de voorstellingen die we eerder gemaakt hebben [Koba speelde eerder bij Ontroerend Goed in Pubers bestaan niet en Teenage Riot, red.]. Het gaat niet om concrete beelden van oorlog en dood, maar eerder over ontwikkelingen in de wereld. En dan hoe jij erover denkt, hoe het jou beïnvloedt en hoe jij erop wilt reageren. De voorstelling is heel abstract en bestaat enkel uit het schrijven en de woorden die daarruit voortkomen. Het gaat meer over een subtiel gevoel van zwaarte.

Zach, wat is jouw rol in het stuk?

Zach: Ik ondersteun Koba op het podium zodat ze haar verhaal kan vertellen. Ik breng bijvoorbeeld nieuw materiaal zodat ze kan verder schrijven. Ik ben als een soort medium tussen het publiek en Koba. Ik speel dus geen specifieke personage.

Koba: Ik ook niet. Zach heeft meer de rol van een supporter, maar we bouwen de voorstelling samen op.

Hoe ben jij bij Ontroerend Goed beland?

Zach: Ik heb de eerste show die Koba met Ontroerend Goed maakte in 2009 gezien in Los Angeles. Dat soort theater kende ik niet. Die voorstellingen opende mijn ogen dat theater ook heel anders kan. Ik ging stage lopen en mag nu uiteindelijk met Koba werken.

Je bent dus helemaal van Los Angeles naar Gent gekomen?

Zach: Ja, dat klopt. De Belgen weten gewoon hoe je theater moet maken! There’s nothing like it.

Hoe verhoudt dit soort werk zich tot Amerikaanse theater?

Zach: Omdat theater in België wordt gesubsidieerd, kunnen kunstenaars veel meer risico’s nemen en hoeven ze zich niet te conformeren aan aan een systeem dat uitsluitend is gebaseerd op winst maken. Dat vind ik tenmiste. In de VS is die vrijheid enorm beperkt omdat dat soort subsidies ontbreken. Daarom leven wij voor wat theater betreft in het stenen tijdperk, bij wijze van spreken.

Om nog even terug te komen op All that is wrong: hoe voelt het om op het podium niet te praten?

Koba: Ik voel me er heel prettig bij, ik ben nooit iemand geweest die praten op podium makkelijk vond. Dat is onder andere de reden waarom Alexander en ik besloten om de voorstelling als ‘schrijf-stuk’ op te voeren. Voor mij is het veel makkelijker om gedachtes op te schrijven en me via het schrijven te uiten dan door te praten. Dan word ik nerveus.

Zach: Wij spreken wel met elkaar op het podium – het is niet verboden om iets te zeggen. Wat ik goed vindt aan de show, is er dingen kunnen mislopen. Het kan gebeuren dat lampen niet aangaan. We besluiten dan vanuit het moment hoe we met die situatie omgaan.

Jullie gebruiken in All that is wrong schoolkrijt om mee te schrijven, een vluchtig materiaal. Wat is het idee daarachter?

Koba: We spelen met het effect dat het heel eenvoudig is om woorden gewoon weg te wissen. Woorden kunnen binnen drie seconden weer verdwenen zijn. Veel woorden worden nog een keer bewerkt. Juist omdat de woorden zo heftig en veelzeggend zijn, is het zinvol om ze met krijt te schrijven. Dat maakt woorden fragiel, want ze kunnen in deze vorm slechts een enkele keer in de show opduiken. Aan de andere kant: omdat we het stuk al zo vaak hebben gespeeld, voelt het voor mij al bijna aan alsof ze er altijd zijn. En de toeschouwers krijgen op het einde een tastbare herinnering aan het stuk.

Geeft de voorstelling aan  het publiek een oplossing mee voor de problemen die jullie oproepen?

Koba: Wij weten zelf niet wat dat antwoord zou kunnen zijn. Het is ook eerder onze eigen zoektocht naar een antwoord.

Zach: Het antwoord wordt alleen vanuit een puur persoonlijk perspectief gesuggereerd.

Koba: Precies: de oplossing is individueel, niet universeel. Voor mij is het schrijven de oplossing, maar iedereen moet zijn eigen oplossing vinden – de voorstelling wil niet moraliserend zijn.

Is jouw jonge leeftijd een voordeel bij deze thematiek – misschien omdat je andere ideeën kunt inbrengen dan een ouder persoon zou kunnen?

Koba: Ja, daar ben ik van overtuigd. Bovendien is het gemakkelijker voor mensen om kritiek aan te nemen van mij omdat ik jonger ben. Als bijvoorbeeld iemand van 40 jaar op deze manier kritiek op dingen uit, dan zouden mensen waarschijnlijk snel het gevoel krijgen dat diegene zijn visie wil opdringen.

Hoe waren de reacties op All that is wrong tot nu toe?

Koba: Om eerlijk te zijn was ik heel verrast hoe positief die waren. Het klinkt misschien vreemd, want ik geloof heel erg in de voorstelling en ik vind het mooi, maar het is niet makkelijk om te beschouwen, je kijkt immers een uur lang naar iemand die schrijft. Daarom waren we heel benieuwd of de voorstelling zou werken. En in de meeste gevallen doet het dat. Tot nu toe heb ik nog niet gemerkt dat toeschouwers in slaap vallen of weglopen. Je weet immers nooit hoe mensen gaan reageren, tenzij je het gewoon gaat doen.

Zach: Maar sommige toeschouwers voelden zich toch wel onprettig tijdens het kijken. Ze voelen zich geconfronteerd met de inhoud Af en toe horen we dus wel een andere mening, maar dat heeft meestal te maken met de uitspraak en de werking van de voorstelling, en niet met het idee ervan.

Waar hebben jullie het stuk al opgevoerd?

Zach: Wij hebben het onder andere in Servië, Oostenrijk, Ialië en Duitsland gespeeld, dus al op vele plekken buiten België. Dan heeft het (nog een) voordeel dat de woorden geschreven en niet gesproken zijn.

Hebben jullie al iets anders op het Go West-Festival gezien?

Zach: Wij hebben „Diespace 3.0“ van PIPS:lab gezien en we vonden het super. Dat is ook een voorbeeld van het verschil tussen de theaterculturen in Nederland en Belgie enerzijds en die in de VS anderzijds.

Het interview voerden Mareike Lange en Jasmijn Sprangers