(Nederlands onderaan)

Interview mit PIPS:lab (Thijs de Wit und Keez Duyves, Diespace 3.0)

PIPS:lab präsentiert auf dem Go West-Festival die Vorstellung Diespace 3.0. Diese Plattform, auf der die User nach ihrem Tod repräsentiert werden. In einer technischer Hochburg aus Laptops, Kameras und Sensoren wird das Konzept gepitcht.

Euer Theaterstil lässt sich nicht so einfach zusammenfassen. Wir würdet ihr ihn selbst beschreiben?

Keez: “’Nicht standardgemäß’ ist der richtige Ausdruck, denke ich. In der Theaterlandschaft passen wir in kein Schema. Das liegt daran, dass wir ursprünglich nicht aus dem Medium Theater kommen, sondern aus unterschiedlichen kreativen Bereichen. Ich bin beispielsweise Erfinder. Aber letztlich sind wir mit unseren verschiedenen Hintergründen bei Theater gelandet.”

Thijs: “Was wir gemeinsam haben, ist, dass wir alle über den Tellerrand unserer individuellen Themengebiete hinausblicken wollten. Ich habe die Pantomimeschule besucht, aber fühlte mich eingeschränkt dabei, mich nur in dieser Sprache ausdrücken zu können. In unseren Vorstellungen kombinieren wir unterschiedliche Bereiche, möchten aber, dass alles live ist. Dann ist der Überraschungseffekt größer. Außerdem bringt die technische Live-Ausführung eine gewisse Spannung mit sich. Das Ergebnis ist jedes Mal anders.”

 

Ihr arbeitet als Kollektiv, also ohne Regisseur, der letztlich die Entscheidungen trifft. Wie gestaltet sich ein solcher Entstehungsprozess?

Thijs: “Das ist eine ganz schöne Herausforderung. Die Vorstellung ist am Ende immer eine Kombination aus allen Geschichten, die wir unabhängig voneinander erzählen wollen. Ich nenne es die ‘Anti-Entscheidung’ – letzten Endes bleiben die einzelnen Teile bestehen, an denen niemand etwas auszusetzen hatte, denn eine endgültige Entscheidung zu treffen, ist schwierig. Eine Vorstellung ist stimmig, wenn sie sich für jeden gut anfühlt. Daraus entsteht eine ausgefallene Form.”

Keez: “Die Vorstellungen unterscheiden sich je nachdem, was wir als Ausgangspunkt nehmen.”

 

Und wie war das bei Diespace?

In dem Fall haben wir durchaus mit einem inhaltlichen Thema begonnen. Wir wollten etwas mit Senioren machen. Das Problem dabei ist, dass sie sterben werden. Dafür wollten wir eine Lösung finden und die Verknüpfung mit Social Media hatte etwas Witziges. Mit einer bestimmten Einstellung im Email-Account kann man zum Beispiel dafür sorgen, dass man nach dem Tod weiterhin Nachrichten schicken kann. Wir haben uns in der Vorstellung damit auseinandergesetzt, wie weit man damit gehen kann.”

Thijs: “Manchmal bitten wir für eine gewisse Zeit einen Regisseur dazu und berücksichtigen seine Anmerkungen bei der Umsetzung unserer Stücke. Aber meistens schmeißen wir alles nochmal über den Haufen. Eine Vorstellung entwickelt sich während der Tournee immer noch weiter. Auch wenn es um die Technik geht, zum Beispiel dass man Bilder in HD zeigen kann.”

Keez: “Aber wir wollen schon, dass die Basis die gleiche bleibt wie bei der originalen Vorstellung. Wir haben das Stück 2007 entwickelt, damals war Myspace schon groß. Der Titel ist eine Parodie darauf. Wir nehmen nicht einfach andere soziale Netzwerke in das Stück, nur weil Myspace auf dem absteigenden Ast ist.”

 

Wenn man die Konzepte eurer Vorstellungen liest, dann sind sie oft schon sehr witzig. Welche Rolle spielt Humor in eurer Arbeit?

Keez: “Ich bin sowieso der Meinung, dass man sich selbst nicht zu ernst nehmen sollte. Stücke mit schwierigeren Themen würde ich nicht auf die Schnelle schreiben, schon allein, weil ich mir oft selbst schwer dabei tue, sie anzusehen. Wir wählen lieber einen ernsten Ansatz, den wir dann locker rüberbringen. In dieser Vorstellung wollen wir es schaffen, den Tod zum Thema zu machen. Aber ich finde es wichtig, dass es an einem bestimmten Punkt Klick macht. Das Ende von Diespace 3.0 konfrontiert den Zuschauer zum Beispiel auf sehr intensive Weise mit dem Tod.”

 

Was ist eure Meinung zu den Social Media?

Keez: “Thijs ist ein Facebook-Hasser.”

Thijs: “Aber ich habe ein schickes Smartphone, das ich sehr viel benutze. Ich hasse Facebook, aber ich kann nicht die Social Media nicht ausblenden. Ich finde selbst, dass ich darin nicht sehr konsequent bin – das ist, als wäre ich Vegetarier und trotzdem Beefsteak esse.”

Keez: “Das Thema ist wirklich komplex. Was wir in dieser Vorstellung vor allem thematisieren, ist der ‘Ego-Aspekt’. Zu Anfang boten die sozialen Medien eine Plattform, auf der man auch eigenen Content einstellen konnte. Mittlerweile sind sie Netzwerke für Egos.”

Thijs: “Und diese sind noch dazu sehr auf die Außenwahrnehmjung fixiert. Ich sehe nur noch Fotos und schöne Augenblicke. Wenn man es nicht schafft, sich auf diese Weise zu präsentieren, verliert man ‘Freunde’.”

Keez: “In unserem Stück bieten wir ein sehr gut zu verkaufendes Konzept an. Wer möchte nicht nach seinem Tod repräsentiert werden?” 

 

Würdet ihr es selbst gut finden, Nachrichten von bereits Verstorbenen zu bekommen?

Thijs: “Ich glaube nicht, dass ich das Bedürfnis danach verspüren würde. Es wäre ja doch nur ein fiktives Gespräch, das man führen würde. Aber andererseits: Was für ein Unterschied  besteht zu den Gesprächen, die man mit einem geliebten Menschen im Kopf führen kann? Oder indem man mit dem Grabstein redet? Das passiert oft und könnte in der heutigen Zeit genauso gut ein digitales Äquivalent haben. Es ist nicht gänzlich unvorstellbar, dass man durch einen Hirnscan eine Kopie von jemandem machen kann, auch wenn derjenige nicht da ist. Vielleicht ist aber auch die Frage interessanter, ob man das Bedürfnis verspürt, sogar nach dem Tod noch aktive Social Media-Accounts zu haben.”

Keez: “Ich würde das wollen. So groß ist mein Ego dann doch. Stelle ich mir witzig vor, dass meine Freunde noch Nachrichten von mir kriegen und ich präsent bleibe.”

 

Sind die Reaktionen auf eure Arbeit in jedem Land gleich?

Thijs: “Ich habe den Eindruck, dass das Publikum innerhalb Europas ähnlich reagiert.”

Keez: “Vielleicht gabe es einen Unterschied zu den Amerikanern, die scheinen vor dem Tod mehr Respekt zu haben und haben deshalb weniger gelacht.”

Thijs: “Für das europäische Publikum ist sofort klar, dass das Konzept eine Parodie ist, aber für das chinesische Publikum war das vollkommen glaubwürdig. Solche Unterschiede machen es interessant, die Vorstellung an verschiedenen Orten aufzuführen.” 

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Interview met PIPS: lab (Thijs de Wit en Keez Duyves, Diespace 3.0)

PIPS:lab presenteert op Go West de voorstelling Diespace 3.0. Het collectief bedacht hiermee een nieuw platform waarop de gebruiker wordt gerepresenteerd na zijn dood. In een technisch bolwerk van laptops, camera’s en sensoren wordt dit concept gepitcht.

Jullie theaterstijl is niet zo gemakkelijk samen te vatten. Hoe zou je jezelf omschrijven?

Keez: “’Onstandaard’ is denk ik het goede woord. We zijn een vreemde eend in de bijt van het theaterlandschap. Dat komt doordat we niet vertrokken zijn vanuit het medium theater, maar vanuit verschillende creatieve disciplines. Ik ben bijvoorbeeld uitvinder. Maar uiteindelijk zijn we met al onze verschillende achtergronden geland in het theater.”

Thijs: “Wat we gemeen hebben is dat we allemaal verder wilden kijken dan ons eigen gebiedje. Ik zat op de mimeschool, maar vond het beperkend om me alleen maar in die taal te kunnen uitdrukken. In onze voorstellingen combineren we verschillende disciplines, maar we willen wel dat alles live is. Dan is de verbazing die je opwekt groter en het brengt een zekere spanning met zich mee om technieken live uit te voeren. Het is altijd afwachten hoe het er deze keer weer uit zal zien.”

Jullie werken als collectief, dus zonder regisseur die de knopen doorhakt. Hoe ziet zo’n maakproces eruit?

Thijs: “Dat is best lastig. De uiteindelijke voorstelling is altijd een samenraapsel van alle verhalen die we afzonderlijk willen vertellen. Ik noem het wel eens de ‘anti-keuze’, uiteindelijk blijven de onderdelen overeind waar niemand bezwaar tegen had, want een echte keuze maken is lastig. Een voorstelling klopt, als die voor iedereen fijn voelt. Dat levert een gekke vorm op.”

Keez: “Het verschilt vanuit welke vorm we vertrekken. In het geval van Diespace begon het wel met een inhoudelijk thema. We wilden iets met bejaarden doen. Het probleem van bejaarden is toch dat ze dood gaan. Daar wilden we een oplossing voor vinden en het koppelen aan sociale media had iets grappigs. Je kunt met bijvoorbeeld het instellen van je e-mail al zorgen dat je na je dood nog berichten kunt sturen. Wij hebben in de voorstelling uitgezocht hoever je daarin kunt gaan.”Thijs: “Soms halen we er tijdelijk een regisseur bij, en dan nemen we de opmerkingen die we krijgen mee. Maar meestal gooien we het dan ook weer helemaal om. Een voorstelling blijft ook tijdens een tournee altijd nog in ontwikkeling. Al is het alleen maar omdat er qua techniek weer ontwikkelingen mogelijk zijn. Dat je beeld naar HD kunt omzetten bijvoorbeeld.”

Keez: “Maar we willen wel dat het dezelfde basis blijft als de originele voorstelling. We hebben de voorstelling in 2007 gemaakt, toen was Myspace heel groot. De titel is daar een parodie op. Dan gaan we het niet ineens over andere sociale media hebben, omdat Myspace nu op sterven na dood is.”

Als je de concepten van jullie voorstellingen leest, dan zijn deze vaak al meteen grappig. Welke rol speelt humor in jullie werk?

Keez: “Ik vind sowieso dat je jezelf niet te serieus moet nemen. Echt zware voorstellingen zou ik niet snel maken, alleen al omdat ik deze zelf vaak moeilijk vind om naar te kijken. Veel liever nemen wij een serieus uitgangspunt dat we luchtig brengen. In deze voorstelling maken we op onze manier de dood bespreekbaar. Wel vind ik het belangrijk dat er op een zeker moment iets ‘in kickt’. Het eind van Diespace 3.0 bijvoorbeeld, confronteert de toeschouwer intens met de dood.”

Hoe denken jullie over sociale media?

Keez: “Thijs is een facebookhater.”

Thijs: “Maar ik heb wel een mobiele telefoon, die ik op allerlei manieren intensief gebruik. Ik haat facebook, maar ik kan niet om de sociale media heen. Zelf vind ik dat ik daarin niet erg consequent handel – het is alsof ik vegetariër ben en toch biefstuk eet.”

Keez: “Het is ook complex. Wat we in deze voorstelling vooral thematiseren is het ‘ego-aspect’. In het begin boden sociale media een platform waarop ook eigen content kon worden toegevoegd. Inmiddels zijn het netwerken van ego’s.”

Thijs: “En die zijn dan ook nog eens erg gericht op de buitenkant. Ik zie alleen maar leuke foto’s en mooie momenten. Als je jezelf niet op die manier kunt representeren dan verlies je ‘vrienden’.”

Keez: “In onze voorstelling bieden we een zeer verkoopbaar concept aan. Wie wil er nu niet ook na zijn dood gerepresenteerd worden.”

Zou je zelf behoefte hebben om berichten te krijgen van iemand die al overleden is?

Thijs: “Ik geloof niet dat ik er per se behoefte aan zou hebben. Het is toch een fictief gesprek dat je voert. Maar aan de andere kant: wat is het verschil met de gesprekken die je in je hoofd kunt voeren met een overleden dierbare? Of met praten tegen een grafsteen? Dat is toch iets wat veel gebeurt en zou dan in onze tijd net zo goed een digitale equivalent kunnen hebben. Het is niet geheel ondenkbaar dat je door een hersenscan een afspiegeling kunt maken van iemand, terwijl diegene er niet bij is. Maar misschien is het interessanter om de vraag te stellen of je behoefte hebt om zelf na je dood nog actieve sociale media-accounts te hebben.”

Keez: “Dat zou ik wel willen. Zo groot is mijn ego dan ook wel weer. Lijkt me geestig dat mijn vrienden nog berichten van me krijgen en ik zo nog gepresenteerd word.”

Wordt er in elk land op dezelfde manier op jullie werk gereageerd?

Thijs: “Ik heb het idee dat het publiek er binnen Europa min of meer gelijk op reageert.”

Keez:“Misschien was er verschil met de Amerikanen, die lijken wat meer respect te hebben ten opzichte van de dood, en konden er daardoor wellicht minder om lachen.”

Thijs: “Voor het Europese publiek is het heel duidelijk dat het concept een parodie is, maar voor het Chinese publiek was het geheel geloofwaardig. Dit soort verschillen maken het interessant om de voorstelling op verschillende plekken te spelen.”