kaspar_feb_2013_c_freek_verdonckt_24

Braakland/ZheBilding

Deutsche Erstaufführung auf Niederländisch mit deutschen Übertiteln

Pfingstmontag 1828. Aus dem Nichts taucht der sechzehnjährige Kaspar Hauser in Nürnberg auf. Er kann seinen Namen ordentlich schreiben. Aber er kann nicht gehen und er sagt nur einen Satz: Reiter werden, wie mein Vater jemals war. Doch Kaspar entwickelt sich. Allmählich erinnert er sich an Dinge aus seiner Vergangenheit. Dass er viele Jahre in einer dunklen Höhle verbrachte hat, in der er von einem Mann Essen bekam, der niemals mit ihm sprach. Kurz nachdem er bekannt geworden ist, wird Kaspar im Stadtpark von einem Fremden ermordet. Ist Kaspar ein Messias, der angebetet werden muss? Oder ist er nur ein sehr guter Betrüger?

Mit Kaspar untersuchen Stijn Devillé und Adriaan Van Aken die Isolierung des einsamen Sonderlings. Seine Suche nach Sprache und Identität. Sein Verhältnis zur Außenwelt, die ihn in erster Linie als Bedrohung ansieht. Das Besondere an dieser Kaspar Version ist, dass die Hauptrolle bei jeder Aufführung von einem anderen Gastschauspieler gespielt wird. Er wird völlig unvorbereitet in die Vorstellung geschickt. Seinen Text liest er von einem Teleprompter. Regieanweisungen werden ihm von seinen Mitspielern zugeflüstert. So wird der Inhalt des Stückes spürbar. Braakland/ZheBilding ist eine Musiktheatergruppe aus Leuven, die 2012 für ihre Arbeit den flämischen Kulturpreis erhielt.

»Eine gut geölte rhythmische und musikalische Klangmaschine, in der keine sprachliche oder literarische Möglichkeit unberücksichtigt bleibt.« (De Morgen)

Regie: Stijn Devillé, Adriaan Van Aken
Musik: Geert Waegeman
Dramaturgie: Els Theunis, Rudy Trouvé
Mit: Dirk Buyse, Kris Cuppens, Sara Vertongen, Janne Desmet und Denis Larisch

Sa 8. März um 21 Uhr | Exerzierhalle | Dauer: 110 Minuten