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von Koen Augustijnen

Uraufführung ohne Sprache

Sehnsucht, limited edition ist eine Begegnung von sieben Tänzerinnen und Tänzern mit einem Akkordeonspieler, der die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach interpretiert.
Augustijnens Arbeit nimmt ihren Anfang bei zwei Begriffen, die als Paradigmen unserer Zeit gelten können: Sehnsucht und Vertrauen.
Sehnsucht versteht der stark an gesellschaftlichen Fragen interessierte Choreograf als Bedürfnis, die fundamentale Unzufriedenheit in unserem Innersten auszudrücken. Wir hatten es niemals so gut, aber wir fühlten uns niemals so schlecht. Und wir wünschen uns etwas anderes. Oft und dringlich.
Aber wem schenken wir unser Vertrauen? Jeder möchte es haben: Nationen, Regierungen, der Euro, Banken, Finanzmärkte und der Lebenspartner. Scheinbar mangelt es auf allen Ebenen daran.
Und wer schenkt es uns, das Vertrauen? Unsere Beziehungen balancieren auf einem dünnen Seil. Bei wem sind wir in Sicherheit? Und kann Sehnsucht überhaupt aufhören?
Koen Augustijnen wurde 1967 in Mechelen/ Belgien geboren und studierte zunächst Geschichte in Gent und dann Theater in Brüssel und Antwerpen. Von 1991 bis 2013 war er als Choreograf eng mit Les Ballets C de la B verbunden und prägte diese Compagnie gemeinsam mit Alain Platel, Sidi Larbi Cherkaoui und anderen. Einige seiner oft spektakulären Choreografien wie Bâche (2004) oder Ashes (2009) wurden Welterfolge des zeitgenössischen Tanzes.
Das Gastspiel von Augustijnens Stück Import/Export wurde bei den Internationalen Tanztagen 2007 vom Oldenburger Publikum mit Standing Ovations gefeiert. Sehnsucht, limited edition ist nun seine erste Kreation für ein deutsches Ensemble.

Choreografie: Koen Augustijnen
Ausstattung: Pia Leong
Tanz: Alessandra Corti, Gili Goverman, Bojana Mitrovic, Antonia Zagel; Ruben Albelda Giner, Thomas Van Praet
Akkordeon: Philippe Thuriot

Do 6. März um 20 Uhr | Exerzierhalle

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Review zur Aufführung:
Niederländische Perspektive von Suzanne Kooloos
Deutsche Perspektive von Mareike Lange